Alter Gaming-PC in Dortmund: Aufrüsten, weitergeben oder richtig entsorgen?

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

Ein Gastbeitrag von Stephan Sindera, PCPruefer.de

Herbst im Revier: Die Abende werden länger, die Spieleliste auch. Und spätestens wenn ein neuer Titel nur noch ruckelt oder Windows mit Warnungen nervt, steht in vielen Dortmunder Haushalten dieselbe Frage im Raum: Lohnt sich der alte Rechner noch? Oder ist es Zeit für etwas Neues und was passiert dann mit dem alten Gerät?

Dieser Leitfaden hilft beim Entscheiden. Erst geht es darum, was der PC noch kann, dann ums Aufrüsten, und am Ende darum, wie man ein ausgedientes Gerät in Dortmund sicher und kostenlos loswird.

Warum gerade jetzt viele Rechner auf dem Prüfstand stehen

Zwei Entwicklungen treffen gerade aufeinander. Erstens hat Microsoft den regulären Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025 beendet. Privatnutzer können sich zwar für das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) registrieren, das laut Microsoft inzwischen bis zum 12. Oktober 2027 läuft. Das ist aber eine Übergangslösung: Es gibt nur noch Sicherheitsupdates, keine neuen Funktionen und keinen technischen Support.

Zweitens werden Spiele hungriger. Für eine Studie hat PCPruefer.de die offiziellen Steam-Angaben von 1.242 PC-Spielen der Jahre 2016 bis 2026 ausgewertet. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Spiele aus 2023 bis 2025 empfehlen im Median 16 GB RAM, Spiele aus 2016 bis 2018 noch 8 GB.
  • Eine GTX 1060 mit 6 GB erfüllt die Grafik-Empfehlung nur noch bei 31 Prozent der neueren Spiele, eine RTX 3060 bei 75 Prozent.
  • Der minimale Speicherplatz stieg im Median von 7 GB auf 20 GB, und 24 Prozent der neueren Spiele nennen ausdrücklich eine SSD.

Wer also einen Rechner mit 8 GB RAM und einer Grafikkarte aus der GTX-10-Reihe unter dem Schreibtisch hat, landet bei aktuellen Spielen immer öfter im Bereich „Minimum“.

Schritt 1: Wissen, was im Rechner steckt

Bevor Geld fließt, sollte klar sein, welche Bauteile verbaut sind. Unter Windows hilft das Diagnoseprogramm „dxdiag“ (Windows-Taste + R, „dxdiag“ eingeben) oder der Task-Manager im Reiter „Leistung“. Dort stehen Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte. Wer es bequemer mag, kann einen kostenlosen PC-Check im Browser machen und das Ergebnis direkt mit den Anforderungen eines Wunschspiels vergleichen.

Wichtig ist der Blick auf die empfohlenen Anforderungen, nicht auf das Minimum. Minimum heißt meist: Das Spiel startet und ist auf niedrigen Details spielbar. Die Empfehlung ist der Wert, mit dem die Entwickler ihr Spiel eigentlich erleben lassen wollen.

Schritt 2: Aufrüsten, wenn es sich lohnt

Aufrüsten ist oft günstiger und nachhaltiger als ein Neukauf, aber nicht immer sinnvoll. Eine grobe Orientierung:

  • Arbeitsspeicher: Der Schritt von 8 auf 16 GB ist häufig das Upgrade mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Vorher prüfen, welcher RAM-Typ passt und wie viele Steckplätze frei sind.
  • SSD: Läuft das System noch auf einer klassischen Festplatte, bringt eine SSD kürzere Ladezeiten und weniger Nachladeruckler.
  • Grafikkarte: Das teuerste, aber oft wirkungsvollste Upgrade für Spiele. Netzteil und Gehäusegröße müssen mitspielen, und ein sehr alter Prozessor kann eine neue Karte ausbremsen.
  • Windows 11: Hier hilft Aufrüsten nur bedingt. Windows 11 setzt unter anderem TPM 2.0, Secure Boot und einen Prozessor aus Microsofts Kompatibilitätsliste voraus. Ist die CPU zu alt, ändert ein neuer RAM-Riegel daran nichts.

Faustregel: Wenn Prozessor, Mainboard und Grafikkarte gleichzeitig getauscht werden müssten, ist ein neuer Rechner meist die ehrlichere Lösung.

Schritt 3: Weitergeben oder verkaufen

Ein PC, der für aktuelle Spiele nicht mehr reicht, ist längst kein Schrott. Für Office, Schule, Streaming oder ältere Spiele genügt er oft noch Jahre. Familie, Freunde oder Vereine freuen sich häufig über ein funktionierendes Gerät. Wer verkaufen möchte, findet hier auf dem Blog einen eigenen Beitrag zum Ankauf veralteter IT-Hardware.

Ganz wichtig vor jeder Weitergabe: Daten sicher löschen. Unter Windows 10 und 11 geht das über „Diesen PC zurücksetzen“ mit der Option „Alles entfernen“ und der zusätzlichen Einstellung zum Bereinigen des Laufwerks. Vorher natürlich ein Backup der eigenen Dateien anlegen und sich aus allen Konten abmelden.

Schritt 4: Richtig entsorgen in Dortmund

Ist das Gerät wirklich am Ende, gehört es nicht in die Restmülltonne. In Dortmund gibt es dafür mehrere unkomplizierte Wege.

Die Recyclinghöfe der EDG

Die EDG betreibt in Dortmund sechs Recyclinghöfe. Elektro- und Elektronikgeräte aus Privathaushalten werden dort in haushaltsüblichen Mengen gebührenfrei angenommen. Computer zählen bei der EDG zu den Elektro-Großgeräten, davon sind pro Anlieferung höchstens fünf Stück erlaubt. Mehr über die Arbeit des städtischen Entsorgers steht in diesem Beitrag über die EDG Dortmund.

Die Öffnungszeiten laut EDG: Die Höfe in Hacheney und Wambel haben montags bis freitags von 7 bis 12 und von 13 bis 19 Uhr sowie samstags von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Die übrigen vier Höfe öffnen dienstags von 8.30 bis 17 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 13.30 Uhr. Am besten vor der Fahrt noch einmal auf der Website der EDG nachsehen, falls sich etwas geändert hat.

Abholung gegen Gebühr

Wer kein Auto hat, kann Elektrogeräte von der EDG abholen lassen. Laut EDG kostet das (Stand 1/2024) 10 Euro pro Großgerät inklusive bis zu fünf Kleingeräten, für Monitore bis 50 cm Kantenlänge 5 Euro und für größere Monitore 10 Euro.

Rückgabe im Handel

Auch größere Elektronikhändler müssen Altgeräte zurücknehmen. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz gilt das für Händler mit mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte. Kleine Altgeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge, etwa Mäuse, Headsets oder Webcams, nehmen sie kostenlos und ohne Neukauf zurück, maximal drei pro Geräteart. Größere Geräte wie ein PC-Gehäuse oder ein Monitor werden beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts kostenlos mitgenommen. Die Details erklärt das Umweltbundesamt.

Checkliste vor dem Abschied vom alten PC

  1. Backup aller wichtigen Dateien, Fotos und Spielstände anlegen.
  2. Bei Steam, Microsoft, im Browser und bei anderen Diensten abmelden.
  3. Den PC zurücksetzen und dabei das Laufwerk bereinigen lassen.
  4. Bei Laptops: Akkus, die sich zerstörungsfrei entnehmen lassen, vorher herausnehmen und getrennt entsorgen.
  5. Prüfen, ob einzelne Teile (SSD, RAM, Grafikkarte) im neuen PC weiterverwendet werden können.
  6. Erst dann weitergeben, verkaufen oder zum Recyclinghof bringen.

Häufige Fragen

Kann ich Windows 10 einfach weiter benutzen?

Der PC funktioniert weiter, aber ohne Sicherheitsupdates ist das ein Risiko, vor allem beim Surfen und Onlinespielen. Für Privatgeräte gibt es über das ESU-Programm noch Sicherheitsupdates bis zum 12. Oktober 2027. Langfristig führt kein Weg an Windows 11 oder einem anderen unterstützten Betriebssystem vorbei.

Lohnt sich Aufrüsten bei einem sehr alten PC?

Meist nur bei RAM und SSD. Müssen Prozessor, Mainboard und Grafikkarte zusammen getauscht werden, ist ein neues System in der Regel sinnvoller.

Kostet die Entsorgung auf dem Recyclinghof etwas?

Für Elektrogeräte aus Privathaushalten in haushaltsüblichen Mengen nicht. Pro Anlieferung sind höchstens fünf Großgeräte erlaubt.

Fazit

Ein alter Gaming-PC muss nicht sofort auf den Recyclinghof. Wer zuerst prüft, was drinsteckt, kann oft mit wenig Geld aufrüsten oder das Gerät an jemanden weitergeben, dem es noch gute Dienste leistet. Und wenn es doch so weit ist, macht Dortmund die Entsorgung mit sechs Recyclinghöfen und der Rücknahme im Handel ziemlich einfach.

Über den Gastautor

Stephan Sindera betreibt PCPruefer.de, eine deutschsprachige Seite rund um Systemanforderungen von Spielen und Software. Dort wertet er offizielle Herstellerangaben aus und vergleicht sie mit der Hardware, die Spielerinnen und Spieler tatsächlich zu Hause haben.

Foto von Andrey Matveev auf Unsplash

Schreibe einen Kommentar